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Berlinale Recap: Love Lies Bleeding

 „Love Lies Bleeding”: Wir waren bei der Premiere  in Berlin und erzählen euch, warum der Film nicht nur unser persönliches Berlinale-Highlight war, sondern es sogar auf Platz 1 unserer Lieblingsfilme 2024 geschafft hat. 

Die Story: Kristen Stewart spielt Lou, die in einem Gym mitten im Nirgendwo in der amerikanischen Provinz Ende der 80er Jahre arbeitet. Hier kommt Jackie vorbei, gespielt von der ehemaligen Polizistin und schauspielerischen Neuentdeckung Katy O’Brian. Sie ist gerade auf der Durchreise zu einem Bodybuilding Wettbewerb in Las Vegas und Lou und Jackie verlieben sich sofort ineinander,untermalt von einem atmosphärischen 80s Electro-Score. Ihr merkt, „Love Lies Bleeding“ beginnt noch einigermaßen harmlos als queere Liebesromanze, in der die Chemie der beiden Protagonistinnen allerdings die der meisten Couples, die wir in Liebesfilmen so sehen, bei weitem  übersteigt. 

Der anfängliche Schein trügt aber, denn Lous Schwester ist mit JJ – verkörpert von Dave Franco – verheiratet und als dieser sie fast tot prügelt, setzt das eine Spirale der Gewalt in Gang, in der auch Lous Vater, der von Ed Harris gespielt wird, noch mitmischen wird… Der Film steigert sich im Verlauf immer weiter,  ist voller überraschender Plot-Twists und extrem drastischer Gore Szenen.

 „Pain is weakness leaving the body“: Dieser Satz steht auf einem Poster im Gym, in dem Lou arbeitet, und wenn sich die beiden Protagonistinnen in diesem Film wirklich eins nicht vorwerfen können, dann ist das Schwäche. Es ist wirklich erfrischend und ungewöhnlich, 2 Frauen in Rollen zu sehen, die sonst eigentlich immer männlich besetzt sind, und dann auch noch mit Katy O’Brian eine derart muskulöse Frau im Zentrum. 

Kristen Stewart war ja bislang maximal in ihren Rollen in  „Personal Shopper” und  „Spencer” schauspielerisch wirklich erinnerungswürdig in Erscheinung getreten,  „Love Lies Bleeding” kann man aber zweifellos als den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere bezeichnen. Sie spielt Lou hier so wahnsinnig gut, dass man extrem mit ihr mitfiebert und ihr diese Rolle in jeder Sekunde abnimmt. Schon beim Schreiben hatte Regisseurin Rose Glass Stewart laut eigener Aussage im Kopf – und tatsächlich scheint die Rolle ihr auf den Leib geschnitten zu sein.

„Love Lies Bleeding” ist ein Thriller, der bis in jede Nebenrolle grandios besetzt ist. Der 34-jährigen britischen Regisseurin Rose Glass gelingt ein Film, der von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt und Gender- sowie Genregrenzen auf den Kopf stellt und wir freuen uns definitiv bald mehr von ihr zu sehen.